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Im Rahmen der Ausstellung "Hybrid Layers" präsentiert das ZKM | Karlsruhe, die neue Ausgabe des in Paris ansässigen Magazins "Glass Bead" mit dem Titel "Site 1: Logic Gates, the Politics of the Artifactual Mind".

Mit Vorträgen von:
18:00 Uhr
"Glass Bead" (Fabien Giraud, Jeremy Lecomte, Vincent Normand, Inigo Wilkins)

18:30 Uhr
Nina Power, Leitende Dozentin für Philosophie (Universität Roehampton, London)

19:00 Uhr
T’ai Smith, Außerordentliche Professorin für moderne und zeitgenössische Kunst in Europa und Amerika (University of British Columbia, Point Grey, Canada)

19:30 Uhr
Matteo Pasquinelli, Professor für Medientheorie (HfG, Karlsruhe)


Matteo Pasquinelli: "Machines That Morph Logic"

Künstliche Intelligenz wird häufig als alchemistischer Talisman bezeichnet, dessen Funktionsweise nur selten erklärt wird. Das bisherige hegemonische Paradigma (für die Automatisierung von Arbeit ebenfalls ausschlaggebend) basiert dabei nicht auf GOFAI (Good Old-Fashioned Artificial Intelligence, die die sinnbildliche Deduktion niemals automatisieren konnte), sondern auf den von Frank Rosenblatt 1958 entwickelten neuronalen Netzen zur Automatisierung der statistischen Induktion. Ist die Mustererkennung über statistische Induktion der präziseste Deskriptor der maschinellen Intelligenz, müssen die verzerrenden Ergebnisse der statistischen Induktion für die kollektive Wahrnehmung und Politik (Überanpassung, Apophänie, algorithmische Diskriminierung, ‚tiefes Träumen‘ usw.) erst noch vollständig verstanden werden.


Nina Power: "Revisiting the Human"

In diesem Gespräch erklärt Nina Power, wie wir mit der Frage der Menschlichkeit im Zeitalter der Technologie im vollen Bewusstsein der feministischen und antirassistischen Kritiken an einer solchen allgemein verbreiteten Sprache umgehen. Sie behauptet, dass die Fähigkeit der Abstraktion und eine gewisse Art des »Inhumanismus« (nicht mit Unmenschlichkeit zu verwechseln, obwohl wir zugeben müssen, dass dies auch immer eine Möglichkeit darstellt) notwendig sind, um rational und wissenschaftlich voranzukommen. Dies gilt für die psychoanalytische Ebene wie auch für die wissenschaftliche Ebene – vielleicht gefällt uns nicht, was wir über uns selbst und unseren Platz im Universum herausfinden, aber es ist immer noch besser, eine solche Entfremdung zu verstehen und anzunehmen, als sich in falscher Sicherheit zu wähnen.


T’ai Smith: "AI’s fashion mirror stage"

Die Welt des Modebusiness folgt Trends und ist momentan von den folgenden Fragen besessen: Wie kann KI die Art verändern, wie wir Menschen Mode in Zukunft wahrnehmen oder kaufen? Welche neuen Instrumente bietet KI Modekonsumenten? Brauchen wir noch Designer, wenn Trends von Algorithmen erkannt und die kommende Saison darauf aufbauend kalkuliert wird? Es scheint, als wären solche nüchternen Fragen aus einer grundlegenden Selbstverliebtheit heraus entstanden: Die Branche sieht ein Spiegelbild ihrer selbst in der Zukunft, aber übersieht dabei den Paradigmenwechsel, der durch KI im System möglich wäre – eine radikale Neustrukturierung dieses Bereichs, in dem Mode (wie wir sie kennen) nicht mehr existiert.

T'ai Smith möchte sich dabei nicht an der fieberhaften Diskussion über das Wachstum oder die Überflüssigkeit der Branche aufgrund von KI beteiligen, sondern stellt ein spekulatives Szenario und Fragen über eine mögliche Zukunft vor, in der KI stärker ins Bewusstsein rückt – nämlich dann, wenn sie über einen artefaktischen Verstand verfügt. Wird sich KI jemals in der Mode und dem Modebewusstsein widerspiegeln? Und wenn sich KI erst einmal profiliert hat, wird sie dann nach Mode verlangen? Wird KI ihr eigenes Spiegelstadium erreichen und in all ihren egoistischen Identitätswidersprüchen die Bedürfnisse und Wünsche erwecken, die der Kapitalismus benötigt? Oder wird der (Mode-)kapitalismus im Sande verlaufen, wenn das lustlose Superego der KI übernimmt?

Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion statt.
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Do, 09.11.2017 18:00, Dauer: 2:30h, OpenHUB, ZKM_Lichthof 8+9
Eintritt frei

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