Ist Kapital sichtbar?

Fredric Jameson formuliert 1988 in seinem Aufsatz „Cognitive Mapping“ als zentrale Aufgabe ästhetischer Produktion, Strukturen des kapitalistischen Systems sichtbar zu machen. Die finanzkapitalistische Verflechtung stellt heute zweifellos eine wesentliche Dimension des Globalen dar. In der Magisterarbeit werden daher in Anschluss an Jameson konstruktive kartografische Formen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Wirklichkeit entwickelt, die dem Individuum unter den Bedingungen fortschreitender Globalisierung als Orientierungsmodell dienen können. Im Fokus stehen dabei künstlerische Darstellungen der bis heute noch als Wirtschaftskrise spürbaren Finanzkrise von 2008. Die Finanzkrise ist gegenwärtig noch ein weitgehend unverstandenes Phänomen, legt aber als Moment des Nichtfunktionierens die sonst unsichtbaren Funktionsweisen des kapitalistischen Systems offen. Da Abstraktion als Organisationsform gesellschaftlicher Strukturen ein wesentliches Hindernis für politischen Widerstand markiert, sind die verschiedenen Visualisierungsversuche in der Kunst und Kunstwissenschaft mit der Suche nach politischen Organisations- und Kommunikationsformen verbunden.

Betreut von: Wolfgang Ullrich und Johan Hartle

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