In ihrem Roman All the King’s Horses schrieb Michèle Bernstein 1960:

In a voice that was too loud and tried hard to sound worldly, the gallerist was talking about her shoes, so that an important visitor would understand she was already distancing herself from the failure she felt coming. But unlike your typical art opening, this one was no cocktail party: there was nothing to drink.

John Kelsey, Übersetzer des Romans und Mitglied der Bernadette Corporation und von Reena Spaulings Fine Art, betont den feministischen Hintergrund dieses Projekts: Bernstein setze mit ihrem unakademischen, unterhaltsamen Text ein Gegengewicht zu den Veröffentlichungen der männlichen Theoretiker der Situationistischen Internationale. Der Humor, der in diesem kurzen Auszug durchscheint und die Umdeutung etablierter Rahmungen finden sich im Schaffen der Bernadette Corporation wieder. Auch dort scheint die Narration stets zwischen Tatsachenbeschreibung, Mythenbildung und persönlichen Geschichten zu changieren.

Bernadette Corporation ist, wie die Magisterarbeit zeigt, eine „Bild-Generatorin“. Sie nimmt die Realität zunächst einmal an, setzt sich also mit dem Status Quo auseinander. Daraufhin wird dekonstruiert, neu kontextualisiert, reflektiert und analysiert. Die Nachahmung und die Unterwanderung der Oberfläche spielen dabei zusammen, sodass ein Freiraum entsteht, der sich parasitär am Vorhandenen bedient. Dabei kann von einer Taktik der doppelten Affirmation gesprochen werden – einem gut kalkulierten Täuschungsmanöver.

Betreut von: Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Prof. Anja Dorn